Sonntag, 4. Dezember 2011

[Buchkritik]: "Der Fall Jane Eyre" von Jasper Fforde



Allgemeine Informationen

Titel: Der Fall Jane Eyre
Autor: Jasper Fforde
Genre: Science-Fiction & Fantasy
Verlag: dtv Verlag
ISBN: 9783423210140

Inhalt
Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten.

Gesamtbewertung
Punkte:
Ich glaube es gab selten ein Buch, das mich so verwirrt und gleichzeitig neugierig gemacht hat wie "Der Fall der Jane Eyre"!
Das Buch habe ich mir gekauft nachdem ich den Originalroman "Jane Eyre" in einer Lesegruppe gelesen hatte und es einfach spannend finden würde Jane Eyre mal aus einer ganz anderen Perspektive zu "sehen" und in Verbindung mit Neuzeit und Fantasy. Leider war das Buch nicht ganz das was ich erwartet hatte.

Die Handlung spielt in den 90er Jahren in London England. Allerdings in einer Parallelwelt. Hier läuft alles anders ab. Die Golliath Corporation hat fast überall eine Monopolstellung und zieht (ähnlich wie in die Umbrella Corp in Resident Evil) die Fäden in Wirtschaft und Politik. Literatur ist in dieser Welt etwas ganz besonders und es ist nicht unüblich dass Charaktere aus Romanen sich aus Versehen mal in die wirkliche Welt verlaufen oder gekidnappt werden. Das zu verhindern ist die Aufgabe von Agent Next.

Die Story an sich und die Parallelwelt haben mir eigentlich sehr gut gefallen, aber es gab einige Punkte die für mich einfach nicht nachvollziehbar waren. Ein kleines Beispiel: Es ist für alle Menschen anscheinend normal dass sich Werwölfe auf dem Rücksitz eines Wagens befinden und sich dann in einen Menschen zurück zu verwandeln. Es ist auch normal dass ein Meisterschurke sich die Gesichter von anderen Menschen aufkleben kann und sich in eine alte Dame verwandelt. Zeitreisen und Zeitstrudel sind auch an der Tagesordnung. Aber es ist vollkommen absurd dass eine normale Pistolenkugel an jemanden abprallt.

Was mich auch sehr enttäuscht hat war Jane Eyre selbst bzw. die Entführung der Jane Eyre, die ja auf dem Buchrücken angekündigt wird. Letztendlich passiert diese Entführung bzw. die Handlung um Jane Eyre in den letzten 6 Kapiteln von 36 !!! Wer sich also auf ein Abenteuer im Roman von Jane Eyre gefreut hat, wird an dieser Stelle einwenig enttäuscht. Ich finde es hätten dutzende von Kapiteln weggelassen und dafür das mit Jane Eyre mehr ausgeführt werden können.

Insgesamt war das Buch doch recht witzig zu lesen, aber aufgrund der vielen Stellen, die man schlichtweg weglassen kann und dem mageren Part zu Jane Eyre für mich nur Mittelmaß.

PS: Man sollte Jane Eyre gelesen haben und sich auch sonst einbisschen in der klassischen Literatur zurechtfinden können, sonst verpasst man die Hälfte der versteckten Anspielungen ;))

4 Lesezeichen:

  1. Und ich habe es immer noch nicht gelesen! Es kommt nächstes Jahr gleich ganz oben auf meine Prioritätenliste, damit ich bald mitreden kann.

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  2. Ich fand es toll, auch wenn ich zugegebenermaßen genauso verwirrt war, wie du. Aber ich mag solche Bücher sehr gerne. Seitdem wollte ich noch andere Bücher von Jasper Fforde lesen, aber das hab ich leider noch nicht geschafft...

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  3. Schöne Weihnachten für dich Lynie! Fühl dich geknuddelt ;D.

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  4. Schöne Rezension. Hab dich gerade entdeckt und bin gleich mal leserin geworden. Schau doch auch mal bei mir vorbei :)

    LG Sophie

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